Seit Mitte der 80er Jahre gibt es eine Tendenz, dass die Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände in ihre sektoralen Vereinbarungen Delegationsklauseln aufnehmen, die die Regelung explizit definierter Fragen den Betriebsleitern und Betriebsräten überlassen. In solchen Fällen legt der Tarifvertrag einen bestimmten Rahmen fest, innerhalb dessen Geschäftsführung und Betriebsrat durch einen Betriebsvertrag eine detailliertere, speziell auf ihre Unternehmenssituation zugeschnittene Lösung festlegen können, die eine flexiblere Regelung der Beschäftigungsbedingungen ermöglicht. Die betreffenden Tarifverträge beziehen sich hauptsächlich auf die Arbeitszeit und kombinieren Delegationsklauseln über eine größere Flexibilität bei den Arbeitszeitplänen (was den Arbeitgebern entspricht) mit einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit (was für die Gewerkschaften aus beschäftigungspolitischer Sicht ein Ziel darstellt). Seit den 90er Jahren enthalten die Tarifverträge für die Metallindustrie und andere Industrien jedoch auch Delegierungsklauseln in Bezug auf die Bezahlung. In Österreich ist der Abschluss von Tarifverträgen im Wesentlichen auf den privaten Sektor beschränkt. Diese Vereinbarungen werden fast ausnahmslos auf sektoraler Ebene mit mehreren Arbeitgebern ausgehandelt. Während es bis Anfang der 50er Jahre noch zentrale Lohnvereinbarungen gab, konzentrierten sich die Verhandlungen über Löhne und andere Beschäftigungsbedingungen seither auf die sektorale Ebene. Das sektorale Lohnverhandlungssystem ist nach Arbeitnehmerkategorien (Arbeiter und Angestellte) und auch im Bereich der Warenproduktion nach der verarbeitenden Industrie (Industrie) und der handwerklichen Kleingewerbeproduktion (Gewerbe) differenziert. Dies spiegelt die interne Differenzierung innerhalb des ÖGB (getrennte Gewerkschaften für Arbeiter und Angestellte) und der WKÖ (getrennte sektorale Untereinheiten für Arbeitgeber in der verarbeitenden Industrie und in der Kleinbauproduktion) wider.

Die meisten der abgeschlossenen sektoralen Vereinbarungen betreffen das gesamte Staatsgebiet, wobei eine Minderheit auch auf Landesebene geschlossen wird. Betriebsvereinbarungen im engeren Sinne einer von einem einzelnen Arbeitgeber geschlossenen Vereinbarung sind in Österreich aufgrund der gesetzlich festgelegten Priorität, die Arbeitgeberverbänden als Tarifvertragsparteien eingeräumt wird, die Ausnahme. Mehr als 400 Tarifverträge werden pro Jahr geschlossen, die meisten davon aus kleinen Mengen in eng definierten Sektoren und getrennten Vereinbarungen zu spezifischen Fragen. ÜBER REWE REWE, mit einem Umsatz von 23,8 Milliarden Euro im Jahr 2018 und rund 140.000 Mitarbeitern, ist mit mehr als 3.600 Filialen einer der größten Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland. REWE-Supermärkte werden als Filiale oder von unabhängigen REWE-Händlern betrieben. Die Genossenschaft REWE Group ist eine führende Handels- und Tourismusgruppe in Deutschland und Europa. Im Jahr 2018 erwirtschaftete das Unternehmen einen externen Gesamtumsatz von mehr als 61,2 Milliarden Euro. Die 1927 gegründete REWE Group beschäftigt über 360.300 Mitarbeiter und betreibt 15.686 Filialen in 20 europäischen Ländern.

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