Beide Elternteile haben das gleiche Recht auf Urlaub im Krankheitsfall eines Kindes; ohne Einschränkung für die ersten drei Jahre und für fünf Tage im Jahr bis zum Alter von acht Jahren. 1987 verlängerte das Verfassungsgericht (Entscheidung Nr. 1/1987) erstmals das Recht, das Kind nach der Geburt für drei Monate zu verlassen, wo die Betreuung des Kindes durch die Mutter aufgrund von Krankheit oder Tod unmöglich geworden war. Nach italienischem Recht gibt es keinen gesetzlichen Mindestlohn. Dennoch sind die meisten Arbeitnehmer tatsächlich durch einen Mindestlohnvertrag abgedeckt, der durch Tarifverhandlungen festgelegt wurde (siehe Nr. 13). Auf Antrag können die Richter auch einen Mindestlohn festlegen, der aber nur für die Parteien eines individuellen Arbeitsvertrags verbindlich wäre. Nach der Rechtsprechung gelten eine Reihe von Maßnahmen der Arbeitgeber als gewerkschaftsfeindliches Verhalten und sind daher verboten. Dazu gehören die Entlassung streikender Arbeitnehmer; die Einstellung von Dritten als Ersatz für streikende Arbeitnehmer; Vergeltungsmaßnahmen gegen Arbeitnehmer, die rechtliche Streikmaßnahmen durchführen; Versäumnis, die Gewerkschaften über tariflich geregelte Fragen zu informieren; direkte Verhandlungen mit den Arbeitnehmern unter Umgehung der Gewerkschaften; Verletzung gesetzlich festgelegter Gewerkschaftsrechte, z. B.

keinen Raum für Gewerkschaftsversammlungen innerhalb der Fabrik zu reservieren; der Gewerkschaft nicht zu gestatten, einen Vorstand zu haben, der Gewerkschaftsinformationen postet, in den Gewerkschaftsproselytismus eingreift usw. Im Krankheitsfall wurde der Schutz des Arbeitnehmers vor allem durch Tarifverhandlungen erheblich verbessert. Während der Krankheit gilt die Aussetzung des Vertrages mit Arbeitsschutz für Zeiten, die in der Regel durch Tarifverträge festgelegt werden, je nach Dienstalter des Arbeitnehmers. Der durchschnittliche Zeitraum beträgt etwa ein Jahr. Während dieser Zeit wird der Arbeitnehmer vollständig bezahlt (vom Arbeitgeber oder von der Sozialversicherung). Über diesen Zeitraum hinaus hat ein Arbeitnehmer in der Regel nach Tarifverträgen Anspruch auf eine weitere unbezahlte Urlaubszeit. Das Gesetz 223/1991 über Massenentlassungen sieht besondere Verfahren der Unterrichtung und Verhandlung mit Gewerkschaften vor Beendigung von Verträgen sowie besondere Entschädigungen für arbeitnehmer, die entlassen werden sollen, gemäß den EU-Richtlinien vor. Sonderurlaub (mit oder ohne Lohn) oder unbezahlte Abwesenheiten werden den Arbeitnehmern durch Tarifverträge anlässlich wichtiger Familienveranstaltungen gewährt.